Rituale in der freien Trauung – mehr als schöne Symbolik
- Denis Janke
- 18. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Rituale sind oft ein besonderer Moment vieler freier Trauungen. Sie sind keine Pflicht, kein Programmpunkt „zum Abhaken“ – sondern eine Einladung. Eine Einladung, Gefühle sichtbar zu machen, Erinnerungen greifbar werden zu lassen und dem „Ja“ eine zusätzliche Ebene zu schenken.
Ein gutes Ritual erzählt etwas über euch. Über euren einzigartigen Weg und vielleicht auch ein wenig darüber, was euch beide so besonders macht.
Hier stelle ich gerne einige meiner beliebtesten Rituale vor. Aber natürlich sind hier der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt :-D
Das Kerzen-Giessen-Ritual – zwei Wege, ein gemeinsames Licht
Beim Kerzen-Giessen-Ritual fliessen zwei verschiedenfarbige Wachse in eine gemeinsame Form. Jede Farbe steht für eine Person, für einen Lebensweg, für Erfahrungen, Prägungen und Träume.
Was dieses Ritual so besonders macht: Die Farben vermischen sich – aber sie verschwinden nicht. Genau wie eure Person und euer Leben. Ihr werden zu einer Einheit und bleibt doch ihr selbst. So entsteht eine Kerze, die es genau so nur ein einziges Mal gibt. Genau wie eure Beziehung.
Viele Paare lieben dieses Ritual, weil es ruhig, sinnlich und sehr symbolstark ist. Und ganz nebenbei entsteht ein Erinnerungsstück, das euch auch Jahre später noch an diesen Moment erinnert – vielleicht angezündet an einem Jahrestag oder an einem stillen Abend zu zweit.
Das Baum-Pflanzen-Ritual – Wurzeln schlagen, gemeinsam wachsen
Ein Baum steht wie kaum etwas anderes für Beständigkeit, Wachstum und Zukunft. Beim Baum-Pflanzen-Ritual setzt ihr gemeinsam einen jungen Baum – oft begleitet von Erde aus verschiedenen Lebensorten oder mit Wasser aus einem besonderen Gewässer.
Der Baum wird in einen neuen Topf gepflanzt um dem weiteren Wachstum mehr Raum, Nährstoffe und den perfekten Platz zum Wachsen zu geben. Ein Bild für die Ehe.
Dieses Ritual passt besonders gut zu Paaren, die Natur lieben, die langfristig denken und die wissen: Eine Beziehung wächst nicht von allein – sie will gepflegt werden.
Der Baum wächst mit euch. Er erlebt sonnige Jahre und stürmische Zeiten. Und jedes Mal, wenn ihr ihn anschaut, erinnert er euch daran, dass ihr euch entschieden habt, gemeinsam Wurzeln zu schlagen.
Die 7-Jahres-Box – eine Botschaft an eure Zukunft
Dieses Ritual ist leise, tief und unglaublich berührend.
In der 7-Jahres-Box sammelt ihr Dinge, die eure Liebe heute widerspiegeln: Ehegelübde, Briefe an euer zukünftiges Ich (oder Du), Fotos, kleine Erinnerungsstücke einen guten Weinf oder andere Symbole eurer Beziehung.
Die Box wird verschlossen – und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet.
Nach einem Jahr.
Nach drei Jahren.
Oder nach sieben Jahren.
Gerade in einer Zeit, in der alles schnelllebig ist, setzt dieses Ritual ein kraftvolles Zeichen: Wir glauben an unsere Zukunft.
Und wir vertrauen darauf, dass wir auch dann noch miteinander unterwegs sind.
Ringwarming – Liebe, die durch viele Hände geht
Beim Ringwarming werden die Eheringe durch die Reihen der Gäste gegeben. Jede Person darf sie kurz in den Händen halten – und ihnen still einen Wunsch, einen Gedanken oder einen Segen mitgeben.
Dieses Ritual verbindet. Nicht nur euch beide miteinander, sondern euch mit allen Menschen, die heute hier sind.
Am Ende tragt ihr Ringe, die nicht nur aus Metall bestehen, sondern aus guten Gedanken, warmen Wünschen, ehrlicher Verbundenheit und dem Segen all derer, die euch nahe stehen.
Besonders schön ist dieses Ritual bei kleineren, sehr persönlichen Hochzeiten – oder dann, wenn Gemeinschaft für euch eine grosse Rolle spielt.
Das Ringe-Verstecken – wenn Humor Teil eurer Liebe ist
Und dann gibt es Rituale, die vor allem eines sind: echt und überraschend.
Beim Ringe-Verstecken bringt der Trauzeuge feierlich die Ringschachtel nach vorne –öffnet sie …und: leer. (Wenn ihr ihn ein bisschen ver...rschen wollt, weiss er nichts von seinem Glück)
Die Ringe sind weg. Kurzzeitige Verwirrung. Gelächter. Und dann beginnt die Suche.
Dieses Ritual passt perfekt zu Paaren, die sich selbst nicht zu ernst nehmen, die Humor lieben und die wissen: Nicht immer läuft alles nach Plan – aber gemeinsam findet man Lösungen.
Gerade diese kleinen, unerwarteten Momente bleiben Gästen oft besonders lange in Erinnerung.
Und ja - es gab schon die Momente, wo man dann ins Schwitzen kommt, weil der Ring vielleicht ein bisschen zuuu gut versteckt wurde :-D
Mein Fazit als freier Redner
Rituale sind kein Muss. - manchmal ist die Zeremonie ohne Rituale - einfach schlicht - perfekt. Aber wenn sie zu euch passen, können sie eine freie Trauung unglaublich vertiefen.
Das Wichtigste ist nicht das Ritual selbst, sondern die Geschichte dahinter. Warum ihr es wählt. Was es über euch erzählt.
Und genau dort beginnt meine Arbeit: Rituale nicht einfach einzubauen – sondern sie so zu gestalten, dass sie echt, stimmig und unvergesslich werden.
Wenn ihr euch fragt, welches Ritual zu euch passt – oder ob ihr vielleicht euer ganz eigenes erfinden möchtet – dann lasst uns darüber sprechen.
Denn eure Liebe verdient Rituale, die sich genauso anfühlen wie ihr selbst.



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